Das 25hours Hotel beim MuseumsQuartier in Wien war für mich genau das: ein herrlich schräger Rückzugsort mitten im urbanen Trubel. Spielerisch, herzlich und wie geschaffen für ein verlängertes Wochenende, bei dem man einfach mal abschalten möchte.
Die Anreise gestaltete sich denkbar unkompliziert. Vom U-Bahnhof Volkstheater schlendert man gemütliche zehn Minuten zu Fuß – perfekt, um zwischen Innenstadt, MuseumsQuartier und Hotel hin und her zu tingeln. Schon beim ersten Blick auf die Leuchtschrift über dem Eingang musste ich grinsen: „We are all mad here“ steht dort in bunten Lettern, und ja, das Zirkus-Thema wird hier definitiv mit einem verschmitzten Augenzwinkern zelebriert.
Drinnen setzt sich diese kreative Anarchie nahtlos fort. Überall bunte Details, Zirkusmotive und dieser bewusst unperfekte Stil, der dem Ganzen einen charmant-chaotischen Charakter verleiht. Was mir sofort aufgefallen ist: Hier wird konsequent geduzt. Die Mitarbeitenden begegnen einem freundlich und direkt, ohne diese manchmal etwas staubige Förmlichkeit vieler Hotels. Das macht die Atmosphäre von der ersten Sekunde an herrlich locker.
Auch mein Zimmer fügte sich nahtlos in dieses verspielte Konzept ein. Zirkusanklänge wohin man blickt, aber trotzdem funktional und – ganz wichtig – richtig gemütlich. Das Bett? Ein Traum. Nach einem langen Tag durch Wien will man sich einfach nur noch fallen lassen, und genau das ging hier wunderbar.
Besonders charmant fand ich die kleinen **Extras**: Für meine Streifzüge durch die Stadt bekam ich eine Freitag-Tasche geliehen, und im Zimmer wartete eine Bluetooth-Boombox auf ihren Einsatz. So ließ sich im Handumdrehen die passende Soundkulisse für den Abend kreieren. Für mich war das Zimmer die perfekte Balance zwischen Designspielplatz und praktischer Homebase für Citytrips.
Im Erdgeschoss liegt das RIBELLI, wo ich einen entspannten Abend bei gutem Essen verbracht habe. Wer hier einen klassischen „Mamma mia“-Italiener erwartet, wird überrascht sein. Stattdessen gibt’s italienisch inspirierte Küche mit urbanem Einschlag – ich würde sagen: Hipster-Fusion trifft Italy, und das ganz sympathisch.
Mein Fazit: solide bis gut, angenehme Atmosphäre und definitiv kein kulinarisches Highlight für die Ewigkeit, aber absolut passend nach einem ereignisreichen Tag in der Stadt. Die offene, lebendige Gestaltung fügt sich perfekt ins Gesamtkonzept ein, und das Beste: Man muss nicht noch einmal quer durch Wien laufen, um den Abend ausklingen zu lassen.
Ein kurzer Abstecher führte mich noch in die Dachboden-Bar auf dem Rooftop. Abends herrscht dort eine entspannte, leicht alternative Stimmung. Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist: die LPs an den Wänden, die Trommeln über der Bar und dieses Gefühl, eher in einem coolen WG-Wohnzimmer zu sitzen als in einer typischen Hotelbar.
Ich war im Winter dort und nur kurz oben, habe aber einen Blick auf die Terrasse erhascht. Meine Vermutung: Im Sommer, wenn man mit einem Drink in der Hand über die Dächer Wiens schauen kann, entfaltet der Dachboden noch mal eine ganz andere Wirkung. Von anderen Gästen habe ich gehört, dass der Ort tagsüber auch gerne zum Arbeiten oder für einen entspannten Kaffee genutzt wird – selbst ausprobiert habe ich das zwar nicht, aber es würde definitiv zum Konzept passen.
Zum Hotel gehören auch ein Wellnessbereich sowie Räume für Meetings und Events, die ich während meines Aufenthalts allerdings nicht genutzt habe. Wer nach einem Tag voller Sightseeing noch Lust auf Sauna oder Fitness hat oder Arbeit und Städtetrip kombinieren möchte, findet hier vermutlich ein praktisches Angebot. Aus eigener Erfahrung kann ich dazu allerdings nichts sagen – ich erwähne es nur der Vollständigkeit halber.
Das 25hours Hotel beim MuseumsQuartier ist mir als kreatives, herzliches und herrlich unkompliziertes Cityhotel im Gedächtnis geblieben. Es ist perfekt für alle, die lieber Charakter als makellose Perfektion suchen und sich in einem Hotel wohlfühlen möchten, das nicht ganz so ernst nimmt – inklusive sich selbst.