Als ich beruflich montags morgens einen Termin in Madrid bekam und daher eh einen Abend vorher anreisen musste, habe ich daraus drei Abende gemacht um mir die Stadt noch anzusehen.

Der Flug von Düsseldorf zum Aeropuerto Adolfo Suárez Madrid-Barajas verlief problemlos, von dort ging es mit dem Taxi in die Innenstadt zum ibis im Bezirk Salamanca. Ein erster Spaziergang zeigte direkt die größte Attraktion dieses Gebiets – die Stierkampfarena Las Ventas – nicht mein Ding, obwohl das Gebäude von außen schon recht beeindruckend aussieht; wie ein gemauertes Stadion halt.

Las Ventas
Las Ventas

Unterwegs in Madrid

In Madrid kann man sich optimal mit der U-Bahn fortbewegen, in der direkten Innenstadt natürlich auch zu Fuß. Je nachdem wie viel Zeit man hat, sollte man sich vorher aber bereits überlegen, was man sich anschauen möchte… denn Madrid hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Ob Sport, Kultur oder Shopping – mit jeder dieser Aktivitäten kann man in Madrid ein Wochenende füllen.

Palacio Real

Palacio Real
Palacio Real – Sitz des spanischen Königshauses

Als Sitz des spanischen Königshauses steht an erster Linie natürlich der Palacio Real. Das Wetter war allerdings einfach zu schön, um den Tag damit zu verbringen von Saal zu Saal zu spazieren, daher habe ich mich mit dem einfachen Blick auf das imposante Anwesen begnügt.

Mercado de San Miguel

Churros
Churros mit Schokolade

Die aus Gusseisen konstruierte Markthalle bietet in einem Saal alles, was das kulinarische Herz begehrt. Von Churros bis hin zu Schinken vom Iberico-Schwein, von frisch gemachten Tinto de Verano bis hin zu allen nur vorstellbaren Obstsorten. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, man sollte nur nicht hungrig hin gehen – günstig ist es dort nämlich nicht.

Jardines Tropicales de Atocha

Jardines Tropicales de Atocha
Jardines Tropicales de Atocha – der Wartesaal des Bahnhofs

Hallo, wo bin ich hier? Ist das ein Bahnhof? Oder doch ein botanischer Garten? Tatsächlich befindet sich in der im Jugendstil aus Glas und Gusseisen erbauten Wartehalle des Fernbahnhofs Estación de Puerta de Atocha ein prächtiger Palmengarten. Neben der für einen Bahnhof echt guten Luft sorgt die umfangreiche Botanik unter anderem für eine angenehme Dämpfung aller Geräusche.

Plaza Mayor

Plaza Mayor
Plaza Mayor – Zentrum der Stadt

Der zentrale Platz in Madrid wird jährlich von tausenden Touristen besucht. Entsprechend ist auch das Angebot an „Lassen-Sie-sich-mit-mir-fotografieren“-Gestalten. Auch die Cafés direkt and er Plaza verdienen eher durch die Lage als durch die Qualität.

Parque del Buen Retiro

Parque Retiro
Parque Retiro

Der Stadtpark von Madrid bietet sich nach einem intensiven Kulturprogramm als erholsamer Gegensatz an. Weite Grünflächen, Alleen und ein künstlich angelegter See durchziehen die barocke Anlage. Für einen erholsamen Staziergang auf jeden Fall zu empfehlen.

Kultur pur

Da es für mich der erste Besuch in Madrid war, habe ich meiner Kulturleidenschaft gefrönt und die beiden wohl berühmtesten Museen Madrids besucht.

Museo del Prado

Museumsführer des Prado
Empfehlenswert, aber keine leichte Lektüre – der Museumsführer des Prado

Der Prado ist zweifellos eines der bedeutensten Malereimuseen der Welt und steht somit in einer Reihe mit dem Louvre und den florentinischen Uffizien. Neben der bedeutensten Sammlung spanischer Malerei (z.B. Goya) enthält der Prado aber auch noch weitere europäische Meister wie Tizian, Raffael, Rubens und auch Hieronymus Bosch. Gerade bei letztem war es faszinierend, die Originalwerke mal zu Gesicht zu bekommen.

So faszinierend der Prado aber auch ist – er ist eindeutig überladen. Die ausgestellte Sammlung ist so groß, dass kaum Platz zwischen den Gemälden bleibt, in einigen Bereichen hängen sie sogar in zwei Reihen übereinander. Das Resultat ist ein kultureller Overkill, man verliert irgendwann die Orientierung und weiß nicht mehr, wo man hinschauen soll. Ein Tipp: zur Beruhigung hilft es, z.B. eine weiße Wand anzuschauen oder sich ein Fenster zur Parkanlage zu suchen….

Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia

Der große Masturbator - Salvador Dali, 1929
Der große Masturbator – Salvador Dali, 1929

Was der Prado für alte Meister ist, ist diese Museum eher für die Moderne. Jean Miro, Salvador Dali und natürlich Pablo Picasso sind wohl die berühmtesten Namen der hier ausgestellten Künstler. Gerade Picassos Monumentalwerk Guernica, seine Beschäftigung mit dem spanischen Bürgerkrieg, verdient hier Aufmerksamkeit. Aufgrund der Abstraktionen kann ich nur empfehlen, dass man sich vorher etwas zu dem Thema einliest, dann wirkt das ganze Bild noch gewaltiger.

Fazit

Madrid ist eine Stadt, die bei allem Gewusel immer noch irgendwie entspannt wirkt. Wenn’s zu hektisch wird, erstmal einen Tinto nehmen und ein paar Tapas essen. Auf jeden Fall einen Besuch wert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.