Als sei das PR-Disaster der Kollegen von United nicht schlimm genug gewesen, schlittert mit American Airlines nun der zweite große US-Carrier in eine ähnliche Situation.

Wieder ein Rausschmiss

Wir erinnern uns – vor knapp einer Woche geriet United überaus negativ in die Schlagzeilen, weil ein Passagier körperlich gezwungen wurde, seinen Sitz zu räumen. Soweit kam es bei American Airlines nun glücklicherweise nicht, aber der der PR-Gau ist trotzdem entstanden.

Im vorliegenden Fall hat ein Flugbegleiter einem Reisenden entsprechend gedroht, als dieser sich in den Streit einer anderern Passagierin mit dem Crewmitglied eingemischt hat.

Dem Flugbegleiter ging das Boarding wohl nicht schnell genug, daher muss er der Dame – die immerhin zwei Kleinkinder auf dem Arm hatte – den Kinderwagen entrissen haben. Beim hastigen Verstauen hat er dann ein Kind wohl nur knapp verfehlt. Dass die Mutter sich über diesen Umgang dann beschwerte, war dem guten Mann dann wohl zu viel, so dass er die Dame aus dem Flugzeug verwies. Das brachte dann die Passagiere auf.

In einem Facebook-Video ist danach zu sehen wie die verzweifelte Mutter am Eingang steht und weint. Nun betritt ein Mann die Szene, der das ganze wohl eskaliert. Zuerst erkundigt er sich nach dem Namen des Kollegen, als dieser die Maschine wieder betritt, droht er dem Flugbegleiter:

„Hätten sie das mit mir probiert, hätte ich sie sofort platt gemacht.“ Da platzt auch dem Crewmitglied der Kragen „Halten Sie sich hier raus. Probieren sie es doch. Schlagen sie mich. Sie haben doch keine Ahnung, worum es hier geht.“ Der AA-Mitarbeiter wird glücklicherweise vom Flugkapitän und einer Kollegin zurück gehalten.

 

OMG! AA Flight attendant violently took a stroller from a lady with her baby on my flight, hitting her and just missing the baby. Then he tried to fight a passenger who stood up for her. AA591 from SFO to DFW.

Posted by Surain Adyanthaya on Friday, April 21, 2017

 

American Airlines reagiert

Die Airline hatte aus dem United-Desaster wohl gelernt und gab schnellstens eine Stellungnahme heraus in der es hieß man sei entsetzt und habe eine Untersuchung gestartet. „Was wir auf diesen Videos sehen, entspricht nicht unseren Werten und der Art, wie wir unsere Kunden behandeln wollen.“

Die Mutter und ihre Kindern sind für ihren Interkontinentalflug scheinbar in die erste Klasse umgebucht worden.

Fazit

US-Airlines müssen aufpassen. Mehr denn je stehen sie nun unter Beobachtung ihrer Passagiere – und die werden in nächster Zeit alles filmen, in der Hoffnung, den nächsten Skandal zu dokumentieren und vielleicht auch zu provozieren. Warum hat der Passagier so aggressiv reagiert? Wollte er vielleicht ein zweites Prügelvideo? Ich weiß es nicht. Warum die Dame konkret aus dem Flugzeug verwiesen wurde, ist in diesem Zusammenhang irrelevant; die Art und Weise der Behandlung der Passagiere sollte aber vielleicht mal überdacht werden. Unverständlich ist für mich auch das Verhalten des Kapitäns, der die Mutter anschaut, als ob ihm alles sehr leid tut – dabei ist er es, der das Hausrecht an Bord hat, auch in der Kabine. Erst United, nun American Airlines. Mal sehen, was wir nächste Woche von Delta hören. Guten Flug.

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